Posted by Juergen Ladrick on

Falsch

Unzufriedenheit in ihrem Fleische,
Nie erreicht was mal gewollt
Lächeln auf den grünen Lippen
Reichen dir den Kelch
voll gefüllt mit Heuchelei
Wahrheit ist kein Gut von Ihnen
Böses Spiel zu guten Mienen

Ihre Blicke, sie ziehen an Dir vorbei
verletzen, lügen und betrügen
hinter der Fassade
reichlich fließt das Gift
Wird es Zeit zu gehn?
das sind die Dinge, die Ihnen liegen
Bleibe Stehen und warte ab
du wirst dich Siegen sehen

Sie drehen deine Worte
so dass auch du sie nicht erkennst
Genieß mit Vorsicht ihre Liebe
Dein Lohn, kein Kuss auf deiner Stirn
fiese Tritte, derbe Hiebe
Steh auf und halt die Wange hin

Spiele das Spiel nach ihren Regeln
hinterhältig, falsch in jedem Zug
Unverdautes drängt nach außen
ähnlich dein Gefühl
Tief der Atem, kristallisiert

Treu bist du dir und deinesgleichen
gehst den Steinigen
durch dick und dünn
doch jede Zeit hat auch ihr Ende
was bleibt ist die Erinnerung
Blick in die Zukunft
dreh dich nicht um

Eines Tages, irgendwann
wird der Spiegel Richter sein
mit voller Wucht, wie ein Orkan
der Lohn den sie verdienen
wird um so schmerzvoller sein
kein aufrechter Gang denn
sie kriechen ihr Leben lang

15.01.2013

Posted by Juergen Ladrick on

Der Tag

Einsamkeit besucht mich spät und kalt ihr Atem ist.

Ach wenn ich nur wüsste, was ich dagegen zu setzen vermag.

Trauer besucht mich nachts und schmerzvoll ist ihr Kuss.

Ach wenn ich nur wüsste, was ich dagegen zu setzen vermag.

Doch plötzlich kommt der Morgen, ein Lichtstrahl mich umarmt.

Dann weiss ich, wers vermag.

Alles ist verflogen und vergessen.

Ein neuer wunderschöner Tag

15.09.2010

 

Posted by Juergen Ladrick on

Erinnerung

Der Blick in ihren Augen,
verriet mir alles.
Zu wissen wann es ist,
ist eine schwere Bürde.

Der Ausdruck in ihrem Gesicht,
ich las wie in einem Buch.
Zu Fühlen wie es ist,
kann schrecklicher nicht sein.

Sie flüsterte mir ins Ohr,
Worte die ich nicht verstand.
Zu schwach für einen Ton,
kaum noch Kraft zum Atmen.

Ein letztes Mal sah ich Sie an diesem Tag,
hörte ihre Stimme und streichelte Sie.
Traurig blicke ich zurück,
tief in meinem Herzen, als Erinnerung.
08.09.2010

Posted by Juergen Ladrick on

Meine Seele

Meine Seele sie weint so sehr
ertrinkt in diesem tiefen Meer

Sinkt hinab ins schwarze Dunkel
Meine Stimme klingt weit her
Einsam, kalt und ohne Funke

Drückt mein Herz und schmerzt viel mehr
blutet schwarz den giftgen Teer

Mein Spiegelbild mit feuchte Augen
Lies meine Lust am Leben rauben

Mein letzter Pfad er ist nicht lang,
der letzte Akt und was ist dann

Schreite ich zur letzten Ruh
schliesse einfach meine Augen zu

Es kreisen schnell die duestren Raben
wie sie sich gierig
an meinem Körper laben

Nun, da habe ich wenigstens einen Sinn
und gebe mich den Fressern hin
Sep 2015

Posted by Guru on

Keine zweite Chance

Keine zweite Chance

Der Regen durchnässte ihr Haar. Tropfen bahnten sich ihren Weg in Richtung Lippen und vermischten sich mit ihren Tränen. Trauer nahm ihr den Atem.
Sie wollte schreien, bekam jedoch keinen einzigen Ton heraus. Sie verlor den Halt, fiel auf ihre Knie, die sich in den nassen, aufgeweichten Boden drückten. Sie beugte sich nach vorne und griff in die Erde. Schluchzend, vor Luft ringend ergossen sich ihre Tränen.
Verloren in ihrer Einsamkeit, bohrte sich der Schmerz tief in ihre Brust, als wolle ihr das Herz zerspringen.
Sie vermisste ihn. Sein Lachen, seine zärtlichen Berührungen, die unendliche Vertrautheit.
Die Art wie er sie in den Arm nahm, wie sie eng umschlungen tanzten. Die Grimassen, die er zog, wenn sie keiner beobachtete.
Sie hatten doch noch so viele Ziele und Wünsche, wollten noch so viel erleben. Aber das Schicksal meinte es anders. Es hatte andere Pläne und nahm auf sie keine Rücksicht.
Mit großer Anstrengung gelang es ihr sich aufzurichten. Sie schaute auf die Inschrift des Grabsteins und setzte sich, wie in Trance, in Bewegung. Schritt für Schritt, ein Fuß vor den anderen, versunken in schmerzlichen Erinnerungen.
Spät am Abend kam sie bei sich zu Hause an. An den Heimweg konnte sie sich nicht mehr erinnern.
Sie stand vor der Tür, an der immer noch ihre Namen in großen Buchstaben zu lesen waren. Sie steckte den Schlüssel in das Schloß, drehte ihn um und öffnete die Tür. Durchnässt bis auf die Haut, ging sie hindurch.
Durch den Flur, vorbei an Fotos ihrer gemeinsamen Vergangenheit, setzte sie sich an das Fenster. Sie schaute auf die sich im Wind wiegenden Bäume.
Die Regentropfen klopften gegen die Fensterscheibe und liefen langsam und sich verzweigend das Glas herunter. Sie drehte ihren Kopf und sah zum Tisch herüber. Sie traute ihren Augen nicht. Dort saß er, als wenn nichts geschehen wäre. Er hob seinen Kopf, schaute sie an und lächelte.
Im nächsten Augenblick, war der Platz, auf dem er eben noch gesessen hatte, leer.
Sie sprang auf, sah wie sein Schatten in der Küche verschwand. Sie lief ihm hinterher. Sie stoppte und es verschlug ihr den Atem. Er stand an dem Herd, an dem sie immer zusammen gekocht hatten. Er drehte sich zur ihr und öffnete die Arme. Sie wollte ihn umarmen, öffnete ihre Arme. In diesem Augenblick merkte sie, dass sie ganz alleine in der Küche stand.
Es waren Einbildungen, Sinnestäuschungen und doch wünschte sie sich so sehr deren Realität.
Hätte sie doch nur nicht so oft gezögert, …die gemeinsamen Träume real werden lassen.
Nun war der letzte Tanz getanzt, der letzte Kuss gegeben. Aber nicht die letzte Träne geweint.

15.03.2010

Posted by Juergen Ladrick on

Gedanken zu einem Umzug

Gedanken zu meinem Umzug

Nun ist es wieder soweit. Ich werde am 27. Februar 2010 mit Sack und Pack, unterstützend von Freunden, in meine neue Wohnung ziehen.
Aber ich merke, es fällt mir schwer. Dabei dachte ich immer, Veränderungen tun gut.
Mein Kopf sagt loslassen, aber mein Herz fühlt das Gegenteil.
Ich meine, es ist nur eine Wohnung, nicht einmal die Schönste. Aber irgendetwas lässt mich trauern. Und stärker als ich dachte.
Vielleicht sind es die Erinnerungen! Erinnerungen an die Zweisamkeit, die vormals hier herrschte. Mir kommt es vor, als wenn unser Lachen immer noch durch die Zimmer hallt.
Zusammen mit ihr war es ein schöner Ort, an dem ich mich wohl und geborgen fühlte.
Nun…wieder allein wandele ich jetzt auf meinem Pfad. Wo auch immer mich dieser hinführt.
Ich versuche in die Zukunft zu schauen, aber vergessen werde ich und möchte ich auch nie.
Ein Umzug ist immer ein neuer Abschnitt in einem Leben. Neue Geschichten,  Erinnerungen und Weggefährten.
Jedoch sagt man auch, “Zweimal umgezogen, ist wie abgebrannt”. Naja…schon irgendwie!
Vielleicht sollte ich mich mal vom Leben treiben lassen. Es heisst zwar, „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“.
Doch von Zeit zu Zeit ist es vielleicht gar nicht so verkehrt, sich treiben zu lassen. Auch mal nur, um Energie zu tanken.
15.02.2010

Posted by Juergen Ladrick on

Mein Baum

ich sitze unter meinem Baum
atme tief den Duft des Lebens
vergessen ist die Hektik
vergessen ist der Trieb
meine Seele fühlt die Ruhe

ich sitze unter meinem Baum
und fühle tief in mir
abgeschlossen von der Welt
vergessen sind die Lügen
vergessen ist der Hass
meine Seele fühlt den Frieden

ich sitze unter meinem Baum
schließe meine Augen
und höre die Sinfonien des Windes
vergessen sind die Intrigen
vergessen ist das Gerede
meine Seele, die ist frei

ich sitze unter meinem Baum
es pocht das Herz, mein Bauch der fliegt
vergessen ist die Trauer
vergessen ist der Schmerz
Liebe ist das, was meine Seele spürt

11.02.2010

Posted by Juergen Ladrick on

Der letzte Moment

Er öffnete seine Augen. Er konnte nichts sehen, alles um ihn herum war dunkel. Er versuchte die letzten Erinnerungen zusammenzukramen. Das Einzige, an das er sich erinnern konnte, waren helle Scheinwerfer. Ansonsten keinerlei Erinnerungen. Was er vorher getan, vorher gedacht oder gesagt hatte. Alles war ausgelöscht, nur gähnende Leere.

Erst jetzt bemerkte er, dass es so dunkel war, wie das schwärzeste Schwarz. Kein Lichtschein, kein Mond oder Sterne funkelten. Noch nie hatte er so eine Schwärze gesehen, geschweige denn gefühlt. Als wenn dies nicht schon merkwürdig genug gewesen wäre, so hörte er auch keinerlei Geräusche. Kein Rauschen des Windes, kein Summen der Insekten oder ein einziger Klang der Welt.

Nichts, nicht einmal irgendetwas riechen konnte er. Träumte er, wo war er, wie kam er hier her und was sollte er hier?

Er tastet um sich herum und fühlte den Boden auf dem er saß. Zu seiner Überraschung war der Boden angenehm warm. Er versuchte sich aufzurichten. Schwankend, erst das linke, dann das rechte Bein. Einen Fuß vor den anderen setzend, tastete er sich vorwärts. Nachdem er sich so einige Meter fortbewegt hatte, blieb er plötzlich stehen. Er holte tief Luft und schrie „Hallo, kann mich irgend jemand hören“ Die Worte verstummten genauso schnell, wie er sie gesagt wurden. Er lauschte in die Dunkelheit. Keine Antwort, nicht ein Ton. Er ging vorwärts, Meter für Meter. Kein Widerstand am Boden, kein Steinchen oder Stöckchen war zu fühlen. Plötzlich hatte sein rechter Fuß keinen Boden mehr. Ehe er sich versah und irgendetwas dagegen tun konnte, fiel er. Sich um seine eigene Achse drehend, im freien Fall, stürzte er dem Nichts entgegen. Er versuchte mit seinen Armen rudernd, seine Lage zu kontrollieren. Er hörte seinen Herzschlag, Komischerweise fühlte er keine Panik, nur unendliche Ruhe. War das jetzt der Augenblick, …der eine? Sollten dies die letzten Sekunden seines Lebens sein?“

Wenn ja, wo waren die Bilder, der Film, der an einem vorbei zog. Wie es so viele erzählten, die den Nahtod erfahren hatten. Nichts. Er sah nichts! Kein einziges Bild, kein Funken Erinnerung seines früheren Lebens. Er fiel, dachte an nichts, als an die Wärme und Freiheit. Er hatte keine Angst oder Sorgen. Er war glücklich, glücklicher als je zuvor in seinem Leben.

Ein dumpfes Knacken ertönte kurz und heftig. Der Arzt schaltete das Beatmungsgerät ab. In einer langsamen Bewegung hob sich sein Brustkorb, ein letztes Mal.

Ihr liefen die Tränen über die Wangen. Er lag da, so vollkommen zufrieden. Erst jetzt umhüllte sie die Einsamkeit. Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass es keine Zweisamkeit mehr gab. Alles was sie ab jetzt tun würde, würde sie allein und ohne ihn tun. Tiefe Trauer und Hilflosigkeit durchzogen ihren Körper. Sie beugte sich über sein Gesicht, in welches Sie nun ein letztes Mal schauen würde. Dieses Gesicht, welches sie so oft zum Lachen brachte.

Sie küsste Ihn, so intensiv, so zärtlich wie sie es nie zuvor tat. „Ich werde dich immer lieben“ sagte sie, stand auf und ging.

13.01.07