Posted by Juergen Ladrick on

Flugzeug Liebe

Ich nehme platz auf meinem Sitz. Weiches Leder, es riecht benutzt. Habe extra mehr bezahlt, um mich nicht eingezwängt zu fühlen.
Da sehe ich sie, unglaublich elegant und bezaubern. Sie geht an mir vorbei…mmmh wie sie duftet…unwiderstehlich. Ich bestelle ein Glas Wein. Sie lächelt. Die Zeit bleibt stehn, wie in Zeitraffer …eine gefuehlten Ewigkeit Sie kommt und liefert eine Flasche Cabernet Sauvignon. Sie laechelt, ich glaube sie mag mich. Mit einem Knacken drehe ich den Plastikkorken und öffne ich die Flasche. Gebrauche meinen durchsichtigen, perfekt verarbeiteten Becher und nippe. Koestlich…, wie ich finde. Ich trinke den Becher aus. Meine Traumfrau liefert gerade den anderen Fluggäste ihre Getränke. Mit  einem verzueckendem Laecheln. Bei genauer Betrachtung ihres geschmeidigen Koerpers fallen mir ihre Haare auf, perfekt gestylt, Nicht ein Haar sitz falsch. Ja Perfektion in meinen Augen. Wie sonst kann man solche Schönheit erklaeren. Ich gieße mir mit rollenden Augen den Rest der kleinen Flasche in den Becher. Ein guter Tropfen, denke ich und nippe. Ich langweile mich und schaue aus dem Fenster. Meine Auserwaehlte hat das Servieren der anderen Gaeste beendet. Ich trinke wieder einen Schluck. Sie schaut auf, ihr Blick schweift, unsere Augen treffen sich. Ich schmelze dahin. Naja, meine Flasche ist leer und ich brauche mehr. Alles geht zu langsam. Ich stehe auf und auf dem Weg nach hinten fange ich sie ab und bestelle eine weitere Flasche des delekaten Tropfens. In der Zwischenzeit, waehrend ich warte, ziehe ich mir die Schuhe aus. Ich warte darauf, dass irgend jemand den beissenden Geruch meiner Füsse, ein Mix aus französischen Käse der in der Sonne verottet und eines alten schweissgeträngtem Arbeiterhemdes,  bemerkt. Keine Regung, noch einmal Glück gehabt. Hinter mir fängt eine Frau ploetzlich fürchterlich an zu husten. Kann nur ein Zufall sein, die alte Dame ist ziemlich stoerend, denke ich. Ich beginne schon meine Traumfrau zu vermissen, da berührt mich jemand an der Schulter. Ich erschrecke. Sie steht neben mir, zwinkert mir zu und gibt mir 2 weitere Flaschen. Ich muss träumen. Sie kann wirklich Gedanken lesen. Diese Goettin, oder ist sie eine Hexe. Wahrscheinlich beides. Ich bemerke ein Grinsen auf meinem Gesicht. Ich alte, geile Sau.
Nun, zu 100 Prozent sicher und zufrieden, dass sie mich auch mag oeffne ich den Deckel mit einem Dreh, der Wein gluggert in den transparenten Becher. Ich schlürfe, schnalze. Eine Rubensdame schlängelt sich mit einer katzenartigen Leichtigkeit durch den Gang. Ihr Ziel ist die Toilette. Wie eine Schlange, u umschifft sie die anderen Gaeste, ohne diese zu berühren. Ich vernehme ein paar Sschreie irgendwo aus der Richtung des Geschlaengels. Es kann unmoeglich mit der Katzendame zusammenhängen. Ich nehme einen weiteren Schluck. Ich fühle mich leicht, schwebend und nahezu unbezwingbar. Hatte gerade einen wunderschönen Gedanken und habe ihn sogleich wieder verloren. Verdammt, aber nicht egal. Gibt Wichtigeres. Lutsche an meinem Becher…ja wo ist meine Herzensdame? Herrgott, verschwunden hinter einem Vorhang. Aber was macht sie solange dahinter? Ich bin verliebt! Sogar so sehr, dass ich Schmerzen verspüre. Butterflies im Magen? Ein weiterer Schluck und der Becher ist leer. Verflucht, mit Gier befuelle ich den Becher mit der dritten Flasche. Mit schnallzender Zunge läuft der leckere Tropfen meine Kehle hinunter. Die Liebesschmerzen werden größer. Ich leide, schwitzend. Da, der vollendete Traum kommt den Gang entlang spaziert, streift mich wieder, ich Gluecklicher. Da verliere ich die Kontrolle über meinen Körper und furze, aber leise. Gott sei Dank.

Die Dame hinter mir fängt einmal mehr an zu husten. Nun aber würgend. Ist die Alte krank? Fuerchterlich, hoffentlich steckt die mich nicht an. Mein Becher sieht garnicht mehr so transparent aus. Viele Fettflecken und Beissmerker. Da taucht die schlängelnde Katzendame hinter dem Vorhang auf. Ich bin voll fokussiert. Diese Eleganz, unglaublich. Sie zieht an einem Mann vorbei, der in der Schlange zur Toilette stehend wartet und das Gleichgewicht verliert. Das nächste Mal weniger trinken, murmel ich zu meinem Nachbarn. Der guckt mich fragend an. Sie ist 2 Sitze von mir entfernt. Ihre Augen funkeln mich gierig an. Dieser Alabasterkoerper, ich bin aber heute auch wieder unwiderstehlich. Die 3. Flasche ist leer und ich brauche Nachschub. Ich betätige den Service Knopf und wenig später taucht die Mutter meiner zukünftigen Kinder auf. Ich nicke, sie nickt und geht. Ich bin verunsichert. War das das Zeichen für unehelichen Sex? In einem Flugzeug? Verflucht, ich hab Ruecken! Während in meinem Kopf die farbigen Bilder von uns beiden vorueberziehen, ist sie wieder da. Ich schaue auf ihren Mund, auf diese sinnlich roten Lippen . ich bin verloren und hoffnungslos verliebt. Sie kann und darf alles mit mir machen. Und während ich in Phantasien schwelge, gibt sie mir 2 weitere Flaschen. Ich trinke…und fühle meine Blase. Ich kaempfe mit mir und durch den Gang. Versuche mich durchzubahnen,  katzenartig durchzuschlängeln. Ganz wie die sympatische Katzendame von vorhin. Ich meistere diese Herausforderung souverän. Ungeachtet dessen, dass der Pilot mir es richtig schwierig machte und mit Absicht durch Luftloecher flog.  Eifersucht? Auf mich? Bestimmt!
Auf der Toilette angekommen, bemerke ich erst einmal, wie unausgegoren das Konzept einer Flugzeugtoiletten eigentlich ist. Die Toilette ist viel zu klein fuer mich und meinen Strahl. Nichtsdestotrotz, schaffe ich mit Akribi das kleine Loch zu treffen. Wieder souveran gemeistert, öffne die Toilettentür, drehe mich aus der Tuer und sehe ueberall tropfende Pisse von den Waenden. Meine Schuhe sind auch feucht und ich versuche im Gehen diese auf dem Teppichboden trocken zu schleifen. Mein Vorgänger hatte wohl ganze Arbeit geleistet. Dieses widerliche Dreckschwein.

Naja mit einer einer Grazie eines chinesischen Eiskunstlaeufers drehe, wende ich mich zu meinen Platz. Höre im Hintergrund diverse Schreie. Mein Alabasterkoerper zwaengt sich durch meine Reihe zu meinem Sitz. Ich atme tief auf und schaffe es geradeso die letzte Weinflasche zu leeren. Da setzen wir auch schon auf der Landebahn auf. Beim Rausschlawandern bemerke ich die bösen Blicke der Aalten hinter mir. Manche sind immer unzufrieden.

Am Ausgang sehe ich meine Liebe. Doch was macht Sie? Sie spricht mit dem Kapitän anstatt ein Date mit mir zu verabreden. Diese Schlampe. Ich wusste es. Ich torkel aus der Flugzeugtuer, die Treppe hinunter und fühle mich trotz des Betruges meiner Exfrau nicht allzu schwermütig. Sie ist halt ne Votze…wie alle!

Posted by Juergen Ladrick on

Ahnengesang

Sei gegruesst, Schwester des Mondes
Sei auch du gegruesst Bruder der Nacht

Wir rufen euch,
unerbitterlich kaempfen wir

im Getuemmel der Schlacht
Lachend erwarten wir den Tod

und betreten danach die grosse Halle
sehen unsere Ahnen wieder

und wenn man einst von unseren Taten singt
Ruhm und Ehre durch die Halle klingt

Fleisch zu Fleisch und Blut zu Blut
So trauert nicht um uns
So trauert nicht um uns

Posted by Juergen Ladrick on

Sterben

Viele Gesichter keine Freunde
laute Schreie tief in mir
kein einz`ges Licht
im tiefen Dunkeln
nur Augen, die da gierig funkeln
tun mir weh, mein Herz zerbricht
sterben einfach sterben
hier und heute
hier und jetzt

Erinnerungen an mich verschwinden
sie hatten sowieso kein Wert
die Trauer frisst mein Glück
es ist bald alles aufgezehrt
meine Seele ist so traurig
überschwemmt von einer Flut
mein letzter Atem, letzter Zug
schließlich nehm ich all mein Mut
sterben einfach sterben
hier und heute
hier und jetzt

ich will nicht und ich kann nicht mehr
mein Puls im Kopf, er pocht im Arm
langsam schließ ich meine Augen
ich spür es feucht, noch bin ich warm
das Letzte was mit mir geschieht
verbrannt, der Rest der übrig blieb
sterben einfach sterben
hier und heute
hier und jetzt
Sep 2015

Posted by Juergen Ladrick on

Und Sie sagt

Nun liegt Sie hier in ihrer Not
der Blick ist still schweift in die Ferne
erwartet tapfer ihren Tod
sie sieht mich an mit feuchten Augen
hält zitternd aus den Wahnsinns Schmerz
kann ihr nicht helfen verlier den Glauben

und sie sagt
Wenn ich auch einst nicht mehr hier weile
heute gebe ich dir diesen einen Rat
geniess das Leben, sei immer glücklich
hier und heute, Tag um Tag

lächelnd hält Sie meine Hand
ihr Körper nur noch Haut und Knochen
trostlos und kein weitres Hoffen
macht sich bereit fürs Lebewohl
in meinem tiefsten Inneren
bin ich zerbrochen

und sie sagt
Wenn ich auch einst nicht mehr hier weile
heute gebe ich dir diesen einen Rat
geniess das Leben, sei immer glücklich
hier und heute, Tag um Tag

Und als ihre letzte Stunde schlägt
und sie mich kraftlos zu sich zieht
Mein Atem stockt ist kalt wie Eise
Sie bäumt sich auf und haucht ganz leise

Wenn ich auch einst nicht mehr hier weile
heute gebe ich dir diesen einen Rat
geniess das Leben, sei immer glücklich
hier und heute, Tag um Tag

Ich streichle sanft ihr übers Haar
und urplötzlich wird`s mir kristallklar
ich umarme Sie flüstere ihr ins Ohr
und sag

Wenn du auch einst nicht mehr hier weilst
heute nehm ich diesen einen Rat
geniess mein Leben, bin immer glücklich
hier und heute, Tag um Tag

Jahre später schweren Herzens
schaue ich in die Sternennacht
du bist da an jenem Orte
und denke täglich an die Worte

Wenn ich auch einst nicht mehr hier weile
heute gebe ich dir diesen einen Rat
geniess das Leben, sei immer glücklich
hier und heute, Tag um Tag
Sep 2015

Posted by Juergen Ladrick on

Blind

Draussen ist es dunkel,
leuchtende Gesichter vertieft

I Like it ist wichtiger als ein Gespräch
Man nimmt sich keine Zeit

Zu sehen und zu handeln
Das Ergebnis,
nichts mehr als Oberflächlichkeit

Hilfe ist ein zu seltenes Gut
Hilflosigkeit dagegen täglich

sozial blind und zu sehr mit sich beschäftigt
2015

Posted by Juergen Ladrick on

Du

Mit geschlossenen Augen,
weine ich in die Nacht
Suche nach der Stimme, einem Stern
ich bin alleine und du so fern

Schritt um Schritt,
komme ich dir naeher
Ein Gefuehl treibt mich voran,
das in Zeit und Raum irgendwer
mich liebt, mich sucht
Eine, diese Stimme, die mich ruft

Der Gedanke vertreibt die Nacht,
entfacht mein Innerstes mit Licht
Gaensehaut umarmt mein Wesen,
hab keinen Namen, kein Gesicht

Nie zu wissen, wer du bist,
kaempfe ich gegen die Zeit
Frag die Sterne um ihren Rat
unerschuetterlich glaube ich
dass es dich gibt
und wandle auf dem Pfad

Mar 2015

Posted by Juergen Ladrick on

Gescheitert

Von Außen eine Fassade,
Innerlich jedoch zerstört
Gelähmt versuche ich den Rest
Stein um Stein zu halten
Was einst mir gehört

Wo einst war, was ich liebte
Ist jetzt nur dieser Schmerz
Sinke langsam tiefer
In das Meer aus Wein
Und betäubt den Teil
Der aus den Fugen glitt
Was früher fester Boden
Ist heute nur noch Shit

Suche keinen Trost im Spiel
Befreundet mit der Einsamkeit
Fühle eine Art Demenz
Schwer zu handeln, kann nicht denken
Mein Spiegelbild,
eine gescheiterte Existenz

Vielleicht ist irgendwann
Meine Sicht der Dinge
aus ner anderen Perspektive
Und die Melodie auf meiner Pfeife
Stimmt dann einen anderen Ton
Doch hier und jetzt bin
ich gefangen in meiner Lethargie

Sept 2014

Posted by Juergen Ladrick on

Allein

Nun wieder allein in jedem Augenblick
Starre auf mein einsames Glas Wein
Vermisse die Vertrautheit, die Gespräche, Kein Thema war zu weit
in jedem Wort steckte Ehrlichkeit

Du gingst durch diese Tür
und nahmst mich mit
Der klägliche Rest meiner selbst
der sitzt nun hier
Das Lachen fällt mir schwer

Mein Blick verschwimmt
Ich schließe meine Augen
Zur Zeit kreisen die Gedanken
Kreaturen die an mir saugen
Nichts als Leere und es kommt
ein neuer scheiss Tag

Der Tiefpunkt scheint noch nicht erreicht
Nichts läuft in den Bahnen
Die ich einst für geordnet hallt
Mehr als hart und wie im Loop
Schlage ich auf den Asphalt
Jeden einzelnen Tag

Sept 2014

Posted by Juergen Ladrick on

Alt

Fasziniert von diesem Look
Gebe ich ihr meinen Kuss
Die Augen trüb, der Atem flach
der Schmerz zu groß, der Drang zu stark,
Das ist Weil ich nachgeben muss

Ich berühre dein nacktes Fleisch
Ich zspiel mit dir
Unnatuerlich zart und weich
Ich spiel mit dir
Das Blut in meine Adern kocht
Der Saft in meinem Schlagbaum pocht

Dein Körper duftet, macht mich wild
Meine Zunge gleitet,
schmeckt nicht mild
Was früher feucht ist heute trocken
Zitternd führst du mich und lässt mich hoffen

Der Kopf, er läuft blutleer
Der Schaft er schmerzt zu sehr
Ich komm zu schnell
kanns nicht mehr halten
Du bäumst dich auf,
und grosses Seufzen
Ein letztes Mal,
dann ist es aus

Sept 2014

Posted by Juergen Ladrick on

Sie

schaue in leuchtenden Augen,
so klar und wunderschön
Folge ihren Lippen,
jedes Wort wie eine Melodie

Will nur einen einzigen Blick
nur ein kurzes Lächeln
vielleicht ein Kuss

Dann wird aus meiner,
ach so kleinen grauen Welt
eine mit Farben und unendlicher Musik…
31.08.2014