Der Kuss

Die Flasche in meiner Hand fuelle ich ihr Glas. Im Hintergrund läuft die Melodie von Le portrait Calogero. Rot flimmert ihr Fleisch im Lichte der Kerzen, ihre langen Beine verkreuzt und mit den winzigen Fuessen wippend. Meine Augen schweifen entlang ihres zarten Körpers. Auf dem Bauch liegend, stützt sie sich auf ihre Ellenbogen und ich beuge mich von hinten über sie. Mit zahllosen Küssen liebkose ich ihre linke Schulter. Sie duftet, wie junge Apfelblüten in einer warmen Sommerbrise die sich zu einem Sturm zusammenbraut, jeh näher ich ihrem Hals komme. Vorsichtig sauge und presse ich gleichzeitig meine Zunge auf ihre Haut. Sie stöhnt. Ich koste sie, stoppe und denke, wie kann man so wunderschön sein. Ich nehme ihre langen, weichen Haare, forme mit meiner Hand einen Zopf und ziehe ihren Kopf in meine Richtung. Ich kuesse ihre Ohrmuschel, sauge an ihren Läppchen und stoehne. Von dort wandern meine Lippen ueber ihre Wange zu ihrem Mund. Ich greife ihren Körper und drehe sie zu mir.
Ich schaue in ihre leuchtenden Augen. Ihr Grün gleicht einem jungen Kornfeld, welches sich im Winde wiegt. Während meine Lippen auf ihre treffen, fährt meine Zunge in ihren weichen Mund, der schmeckt wie tausend reife Erdbeeren. Unsere Zungen winden sich wie zwei Schlangen im Liebesspiel. Ich nehme ihren Hinterkopf in meine Hand, fühle ihre Hitze, wie sie sich mir widerstandslos hingibt. Ich will sie, mehr alles andere auf der Welt. Schwindelig von dem Gefühl, versuche ich zu atmen, ihr zu wiederstehen, nur einen Augenblick. Bei ihr kann ich sein, verliere mich und werde gefunden.

April 2019

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