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Posted by Juergen Ladrick on

Der Tag

Einsamkeit besucht mich spät und kalt ihr Atem ist.

Ach wenn ich nur wüsste, was ich dagegen zu setzen vermag.

Trauer besucht mich nachts und schmerzvoll ist ihr Kuss.

Ach wenn ich nur wüsste, was ich dagegen zu setzen vermag.

Doch plötzlich kommt der Morgen, ein Lichtstrahl mich umarmt.

Dann weiss ich, wers vermag.

Alles ist verflogen und vergessen.

Ein neuer wunderschöner Tag

15.09.2010

 

Posted by Juergen Ladrick on

Erinnerung

Der Blick in ihren Augen,
verriet mir alles.
Zu wissen wann es ist,
ist eine schwere Bürde.

Der Ausdruck in ihrem Gesicht,
ich las wie in einem Buch.
Zu Fühlen wie es ist,
kann schrecklicher nicht sein.

Sie flüsterte mir ins Ohr,
Worte die ich nicht verstand.
Zu schwach für einen Ton,
kaum noch Kraft zum Atmen.

Ein letztes Mal sah ich Sie an diesem Tag,
hörte ihre Stimme und streichelte Sie.
Traurig blicke ich zurück,
tief in meinem Herzen, als Erinnerung.
08.09.2010

Posted by Juergen Ladrick on

Meine Seele

Meine Seele sie weint so sehr
ertrinkt in diesem tiefen Meer

Sinkt hinab ins schwarze Dunkel
Meine Stimme klingt weit her
Einsam, kalt und ohne Funke

Drückt mein Herz und schmerzt viel mehr
blutet schwarz den giftgen Teer

Mein Spiegelbild mit feuchte Augen
Lies meine Lust am Leben rauben

Mein letzter Pfad er ist nicht lang,
der letzte Akt und was ist dann

Schreite ich zur letzten Ruh
schliesse einfach meine Augen zu

Es kreisen schnell die duestren Raben
wie sie sich gierig
an meinem Körper laben

Nun, da habe ich wenigstens einen Sinn
und gebe mich den Fressern hin
Sep 2015

Posted by Guru on

Keine zweite Chance

Keine zweite Chance

Der Regen durchnässte ihr Haar. Tropfen bahnten sich ihren Weg in Richtung Lippen und vermischten sich mit ihren Tränen. Trauer nahm ihr den Atem.
Sie wollte schreien, bekam jedoch keinen einzigen Ton heraus. Sie verlor den Halt, fiel auf ihre Knie, die sich in den nassen, aufgeweichten Boden drückten. Sie beugte sich nach vorne und griff in die Erde. Schluchzend, vor Luft ringend ergossen sich ihre Tränen.
Verloren in ihrer Einsamkeit, bohrte sich der Schmerz tief in ihre Brust, als wolle ihr das Herz zerspringen.
Sie vermisste ihn. Sein Lachen, seine zärtlichen Berührungen, die unendliche Vertrautheit.
Die Art wie er sie in den Arm nahm, wie sie eng umschlungen tanzten. Die Grimassen, die er zog, wenn sie keiner beobachtete.
Sie hatten doch noch so viele Ziele und Wünsche, wollten noch so viel erleben. Aber das Schicksal meinte es anders. Es hatte andere Pläne und nahm auf sie keine Rücksicht.
Mit großer Anstrengung gelang es ihr sich aufzurichten. Sie schaute auf die Inschrift des Grabsteins und setzte sich, wie in Trance, in Bewegung. Schritt für Schritt, ein Fuß vor den anderen, versunken in schmerzlichen Erinnerungen.
Spät am Abend kam sie bei sich zu Hause an. An den Heimweg konnte sie sich nicht mehr erinnern.
Sie stand vor der Tür, an der immer noch ihre Namen in großen Buchstaben zu lesen waren. Sie steckte den Schlüssel in das Schloß, drehte ihn um und öffnete die Tür. Durchnässt bis auf die Haut, ging sie hindurch.
Durch den Flur, vorbei an Fotos ihrer gemeinsamen Vergangenheit, setzte sie sich an das Fenster. Sie schaute auf die sich im Wind wiegenden Bäume.
Die Regentropfen klopften gegen die Fensterscheibe und liefen langsam und sich verzweigend das Glas herunter. Sie drehte ihren Kopf und sah zum Tisch herüber. Sie traute ihren Augen nicht. Dort saß er, als wenn nichts geschehen wäre. Er hob seinen Kopf, schaute sie an und lächelte.
Im nächsten Augenblick, war der Platz, auf dem er eben noch gesessen hatte, leer.
Sie sprang auf, sah wie sein Schatten in der Küche verschwand. Sie lief ihm hinterher. Sie stoppte und es verschlug ihr den Atem. Er stand an dem Herd, an dem sie immer zusammen gekocht hatten. Er drehte sich zur ihr und öffnete die Arme. Sie wollte ihn umarmen, öffnete ihre Arme. In diesem Augenblick merkte sie, dass sie ganz alleine in der Küche stand.
Es waren Einbildungen, Sinnestäuschungen und doch wünschte sie sich so sehr deren Realität.
Hätte sie doch nur nicht so oft gezögert, …die gemeinsamen Träume real werden lassen.
Nun war der letzte Tanz getanzt, der letzte Kuss gegeben. Aber nicht die letzte Träne geweint.

15.03.2010

Posted by Juergen Ladrick on

Gedanken zu einem Umzug

Gedanken zu meinem Umzug

Nun ist es wieder soweit. Ich werde am 27. Februar 2010 mit Sack und Pack, unterstützend von Freunden, in meine neue Wohnung ziehen.
Aber ich merke, es fällt mir schwer. Dabei dachte ich immer, Veränderungen tun gut.
Mein Kopf sagt loslassen, aber mein Herz fühlt das Gegenteil.
Ich meine, es ist nur eine Wohnung, nicht einmal die Schönste. Aber irgendetwas lässt mich trauern. Und stärker als ich dachte.
Vielleicht sind es die Erinnerungen! Erinnerungen an die Zweisamkeit, die vormals hier herrschte. Mir kommt es vor, als wenn unser Lachen immer noch durch die Zimmer hallt.
Zusammen mit ihr war es ein schöner Ort, an dem ich mich wohl und geborgen fühlte.
Nun…wieder allein wandele ich jetzt auf meinem Pfad. Wo auch immer mich dieser hinführt.
Ich versuche in die Zukunft zu schauen, aber vergessen werde ich und möchte ich auch nie.
Ein Umzug ist immer ein neuer Abschnitt in einem Leben. Neue Geschichten,  Erinnerungen und Weggefährten.
Jedoch sagt man auch, “Zweimal umgezogen, ist wie abgebrannt”. Naja…schon irgendwie!
Vielleicht sollte ich mich mal vom Leben treiben lassen. Es heisst zwar, „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“.
Doch von Zeit zu Zeit ist es vielleicht gar nicht so verkehrt, sich treiben zu lassen. Auch mal nur, um Energie zu tanken.
15.02.2010

Posted by Juergen Ladrick on

Mein Baum

ich sitze unter meinem Baum
atme tief den Duft des Lebens
vergessen ist die Hektik
vergessen ist der Trieb
meine Seele fühlt die Ruhe

ich sitze unter meinem Baum
und fühle tief in mir
abgeschlossen von der Welt
vergessen sind die Lügen
vergessen ist der Hass
meine Seele fühlt den Frieden

ich sitze unter meinem Baum
schließe meine Augen
und höre die Sinfonien des Windes
vergessen sind die Intrigen
vergessen ist das Gerede
meine Seele, die ist frei

ich sitze unter meinem Baum
es pocht das Herz, mein Bauch der fliegt
vergessen ist die Trauer
vergessen ist der Schmerz
Liebe ist das, was meine Seele spürt

11.02.2010